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Zum Thema Cookies
gibt es sehr verschiedene Meinungen.Die einen
halten sie schlicht für ungefährlich, die anderen
sehen in ihnen eine massive Bedrohung der Privatsphäre.
Richtig ist beides: Cookies bedrohen die Privatsphäre,
aber sie können keinen Schaden auf dem eigenen Computer
anrichten. Insofern ist ein Cookie keine Bedrohung für
die Daten auf dem eigenen Computer, wohl aber für die
Information, was der Nutzer damit tut.
Profilbildung durch Cookies
Durch Cookies wird eine übergreifende Verfolgung
des Nutzerverhaltens möglich. Von ihrer ursprünglichen
Intention her sind Cookies recht harmloser Natur: Es handelt
sich um kleine Textdateien, die eine Webseite auf dem Computer
des Besuchers ablegen kann. Mit Hilfe dieser Datei kann der
Webserver auf dem Rechner des Nutzers zum Beispiel Präferenzen
und Einstellungen abspeichern, die beim nächsten Besuch
automatisch wiederhergestellt werden. Ebenso ist es einem
Server dadurch möglich, für die Dauer der Sitzung
den Anwender wiederzuerkennen, ohne dass dieser ständig
Benutzernamen und Kennwort neu eingeben muss. Ein Onlineshop
kann durch einen Cookie erkennen, dass da ein alter Kunde
zu Besuch kommt und ihm passende Angebote (und eventuell beim
letzten Besuch vorgemerkte Artikel) präsentieren. Der
Buchhändler Amazon.de zum Beispiel begrüßt
Kunden, die per Cookie identifiziert werden können, namentlich
und präsentiert Angebote in der Rubrik "Für
Sie ausgewählt...". Dabei ist diese Rubrikbezeichnung
durchaus wörtlich zu nehmen. Anhand der bisherigen Bestellungen
stellt Amazon Artikel zusammen, die zum Bestellprofil des
jeweiligen Kunden passen.
Die Daten, aus denen diese Angebote generiert
werden, liegen auf einem Server bei Amazon. Das bedeutet,
dass der Cookie auf der lokalen Festplatte nichts weiter enthält
als eine ID-Nummer, anhand derer ein Server einen Datensatz
mit einem Surfer verknüpfen kann. Im oben gezeigten Screenshot
sieht man, dass der "Inhalt" des Cookies nur aus
einer Zahlenreihe besteht. Die Gültigkeit weist darauf
hin, wie lange der Buchhändelr den Benutzer dieses Computers
wiedererkennen kann - nämlich bis zum Jahr 2035.
Für den Nutzer ist dabei nicht nachvollziehbar, welche
Daten der Anbieter über ihn wirklich sammelt. Sicher
ist allerdings, dass die Datensammlung bei jedem Besuch größer
wird. Da der Nutzer bereits beim Aufruf des Online-Shops identifiziert
wird, kann jede einzelne Aktion innerhalb der Webseite aufgezeichnet
und zu einem bestehenden Profil hinzugefügt werden.
Und hier fängt das Dilemma an. Nicht jeder
Kunde mag es, dass ein Verkäufer permanent ein Auge darauf
hat, wann und wo er sich im Laden umsieht. Ob man nun etwas
bestellt oder nicht, allein der Aufruf einer Seite, die bei
einem früheren Besuch einen Cookie auf dem Computer hinterlassen
hat, verrät dem Server, welcher seiner Kunden da gerade
wieder vorbeischaut. Das bloße Stöbern im Shop
ist somit bereits alles andere als anonym, unabhängig
davon, ob man eine Bestellung tätigt oder nicht.
Cookies von Drittanbietern
Ein weit größeres Problem stellen jedoch
Cookies dar, die gar nicht von der Seite stammen, die man
gerade betrachtet. Die Spielregel für den Umgang mit
Cookies lautet: Nur wer ihn gesetzt hat, darf ihn auch später
wieder auslesen. Das ist sinnvoll, weil es eine Bank beispielsweise
nichts angeht, welche Daten ein Online-Buchhändler über
den Kunden ablegt. Allerdings können nicht nur Webseiten
solche Cookies anlegen, auch die kleinen Werbebanner, die
auf vielen Seiten zu finden sind, sind dazu in der Lage. Das
liegt daran, dass diese Banner eigentlich "Seiten in
der Seite“ darstellen. Und als eigenständige Webseite
dürfen sie natürlich auch Cookies setzen.
Banner werden meist über große Agenturen geschaltet,
die auf diese Weise auf vielen verschiedenen Webseiten präsent
sind. Wenn ein Surfer nun also auf seinem Ausflug ins Web
drei verschiedene Seiten aufruft, auf denen jeweils –
als "Seite in der Seite“ – ein Werbebanner
erscheint, so kann die dahinterstehende Agentur nachvollziehen,
welche drei Seiten dieser Surfer abgerufen hat. Die aufgerufenen
Webseiten wissen jeweils nur, dass Nutzer X zum Zeitpunkt
Y bei ihnen war. Die Banneragentur jedoch kann alle drei Stationen
nachvollziehen und verknüpfen, denn ihr Werbebanner hat
jedes Mal denselben Cookie vorgefunden.
Zwei Formen von Cookies
Grundsätzlich müssen zwei Arten von
Cookies unterschieden werden. Das sind zum einen die Session
Cookies, die gelöscht werden, wenn der Browser geschlossen
wird. Zum anderen sind es die dauerhaften Cookies (auch: persistente
Cookies), die über einen Zeitraum von mehreren Monaten
oder gar Jahren auf der Festplatte schlummern können.
Session Cookies stellen kaum eine Gefahr für die Privatsphäre
dar, da sie nur für eine Sitzung gelten. Um eine Löschung
der Session Cookies zu erzwingen, genügt es bereits,
alle Instanzen des Browsers zu schließen. "Session“
bedeutet hier also nicht die Zeit bis zum Abmelden oder Runterfahren
des Rechners, sondern nur bis zum Schließen des Browsers.
Ein weit größeres Problem stellen Cookies mit langer
Lebenszeit dar. Diese sind explizit darauf ausgelegt, den
Benutzer für einen Server über einen längeren
Zeitraum identifizierbar zu machen. Doch was auf der einen
Seite unter Umständen erwünschten Komfort bietet,
ermöglicht es jedem Server, der solch einen Cookie setzen
kann, Besuche auf seinen Seiten dauerhaft zu protokollieren.
Und vor allem Werbefirmen, die über eingeblendete Banner
Cookies setzen, haben Interesse an deren dauerhafter Speicherung.
Wie dauerhaft das sein kann, zeigt ein Blick auf die Cookieanforderung
eines DoubleClick Banners auf altavista.de:
Set-Cookie: id=800e4b7446; path=/; domain=.doubleclick.net;
expires=Tue, 31 Dec 2030 23:59:59 GMT
Umgang mit den Keksen
In allen aktuellen Browsern lässt sich der
Umgang mit Cookies ausdrücklich regeln. Session-Cookies
sollten hier zugelassen werden, sofern sie vom Server der
Webseite kommen. Sie sind für viele Webseiten notwendig,
beispielsweise für Warenkorbfunktionen. Wer Session-Cookies
komplett deaktiviert, kann viele Webseiten nicht mehr nutzen.
Persistente Cookies sollten idealerweise abgelehnt
werden. Allerdings gibt es auch einige Annehmlichkeiten, die
auf dauerhaft gespeicherten Cookies beruhen. So müssen
in einigen Webforen Einstellungen zur Threadanzeige bei jedem
Besuch neu eingestellt werden. Kann man mit diesen Einschränkungen
leben, ist man mit abgeschalteten "Dauercookies"
jedoch auf der sicheren Seite: Das User-Tracking kann nur
für die Dauer einer Sitzung erfolgen, was anhand der
IP-Adresse ohnehin möglich wäre. Nach Beenden des
Browsers werden die Session-Cookies gelöscht und der
Spuk ist vorüber.
Sogenannte Third-Party Cookies, zumeist über
Bannerwerbung gesetzt, sollten immer komplett abgelehnt werden.
Die Firma DoubleClick bietet zudem das Setzen eines sogenannten
„OptOut-Cookies“ an. Dieser enthält neben
einem Ablaufdatum den Wert „OPT_OUT“. Die Banner-Server
der Firma speichern keine eigenen Cookies mehr, wenn sie diesen
OptOut-Cookie vorfinden.
P3P: Cookie Deluxe
Wie bereits erwähnt ist das generelle Abschalten
dauerhaft gespeicherter Cookies mit kleinen Unannehmlichkeiten
verbunden. Es wäre daher schön, wenn man persistente
Cookies nicht generell annahmen oder ablehnen müsste.
Mit Hilfe der P3P-Technologie, die in aktuellen Versionen
von Mozilla, Netscape und Internet Explorer integriert ist,
wird dies möglich. P3P ermöglicht es, eine auf der
Webseite enthaltene maschinenlesbare Datenschutzerklärung
automatisch auszuwerten und auf Basis dieser Erklärung
über die Annahme von Cookies automatisch zu entscheiden.
Der Nutzer stellt einmalig ein, welcher Verarbeitung seiner
Daten er zustimmt, das P3P-Modul im Browser übernimmt
dann den Rest: Seiten mit datenschutzfreundlicher Verarbeitungspraxis
dürfen auch dauerhafte Cookies setzen, Seiten, die nicht
mit den Nutzervorstellungen übereinstimmen, wird dies
hingegen untersagt. |